Trotz des Hinweises, der Gletscher wäre vor zehn Uhr noch zu glatt um ihn ohne Steigeisen zu überqueren, machen wir uns direkt nach dem Frühstück auf den Weg. Nach circa einer Stunde erreicht man von der Marteller Hütte aus das Gletschertor.

Gletschertor am Fürkeleferner

Von diesem steigt man auf dessen linken Seite, den Markierungen folgend, auf. Nahezu die ganze Strecke liegt ausreichend Schutt auf dem Eis, so dass es auch ohne Steigeisen gut zu begehen ist.

Fürkeleferner

Als wir uns einem Kamm nähern, herrscht Unsicherheit bezüglich des weiteren Routenverlaufes. Auf der Karte sieht der Weg deutlich weiter aus und es führen Spuren raus auf den Gletscher. Doch zu unserer Seite sind Stangenmarkierungen. Elisabeth packt die Abenteuerlust, sie möchte weiter auf dem Eis bleiben. Ich dagegen will lieber auf Nummer sicher gehen und den Markierungen in Richtung Fels folgen. Widerwillig kommt sie schlussendlich mit. Am Grat zeigt sich, dass dies tatsächlich schon die Fürkelescharte, und somit unser Übergang nach Peio, ist. Schneller und einfacher als erwartet.

Blick zurück auf den Gletscher

Wir steigen ab zum Rifugio Guido Larcher´. Der dortige Gang auf die Toilette lässt unverkennbar erkennen, dass wir uns nun endgültig in Italien befinden. Die Löcher im Boden werden uns nun noch eine Weile begleiten.

Abstieg nach Peio

Lang und sonnig geht es auf einem schönen Weg bergab. Soviel Gegenverkehr wie an diesem Tag hatten wir noch nie. Der Karte nach, scheint dies Teil eines Rundweges zu sein, der zu einem großen Bergsee führt. Hunderte Italiener nutzen den heißen Tag, um baden zu gehen.

Am Parkplatz im Tal gibt es eine Stärkung in einem Lokal. Westlich von uns befindet sich der Monte Vioz (3645m), der höchste gletscherfrei zu besteigende Berg der Alpen.

Abstieg von der Fürkelescharte

Für uns geht es dann aber durch einen herrlichen Wald, in Richtung Peio. Ab hier treffen wir fast kaum noch auf andere Wanderer. Lediglich eine schwarze Höllenotter sonnt sich mitten auf dem Weg. Wir treten beide fast auf sie drauf. Bevor ich die Kamera aber soweit habe sucht sie dann doch das Weite. In Peio angekommen stolpern wir in die erstbeste und vielleicht auch einzige Unterkunft im Ort und gönnen uns ein Eis.

Nachdem wir eingecheckt haben, statten wir, in Anbetracht der frühen Stunde, den drei Gemischtwarenläden und der Bar des kleinen Ortes einen Besuch ab. Die Märkte verkaufen von Kleidung über Nahrungsmittel bis hin zu Haushaltwaren und Baumaterial alles Erdenkliche. Im dritten Geschäft finden wir zwischen diversen Karten aus gefühlt drei verschiedenen Jahrzehnten auch endlich eine passende Kompasskarte für den weiteren Streckenverlauf.

Das Abendessen im Hotel überrascht uns, sowohl durch den großen Saal im Untergeschoss als auch durch die umfangreiche und gute Auswahl. Unser eher einfaches Zimmer hat das nicht vermuten lassen.

Peio bei Nacht

volle Distanz: 18.07 km
Gesamtanstieg: 587 m
Gesamtabstieg: -1514 m