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Der Nordkalottleden – Weitwandern in Lappland

Im äußersten Norden Skandinaviens, im Land der Mitternachtssonne und Polarlichter, liegt Lappland. Hier verläuft auf rund 800 Kilometern, stets oberhalb des Polarkreises, der Nordkalottleden durch das skandinavische Fjäll. Vorherrschend in diesem Gebiet sind eiszeitlich geprägte Gebirge und weite Hochflächen. Die offene, zumeist baumfreie, Bergtundra wird dominiert von Flechten, Moosen, Gräsern sowie Zwergsträuchern.

Lemming, Elch und Braunbär sind in Lappland heimisch, besonders oft trifft man aber auf die großen Rentierherden des indigenen Volkes der Samen. Wolf, Luchs und Polarfuchs hingegen kommen nur noch selten vor.

Die Nordkalottruta beginnt im norwegischen Kautokeino, quert Finnland und passiert das Dreiländereck. Im weiteren Verlauf orientiert sich der Weg an der norwegisch/schwedischen Grenze. Ziel im Süden ist Sulitjelma in Norwegen. Oftmals wird alternativ das etwas weiter östlich gelegene Kvikkjokk in Schweden angelaufen.

Infrastruktur

Bei der Planung des 1993 eröffneten Fernwanderweges wurden bestehende Pfade einbezogen. So verläuft der Nordkalottleden auf einigen Etappen identisch mit namenhaften Wegen wie dem Kungsleden und Padjelantaleden.

Insbesonders in diesen Bereichen ist der Nordkalottleden auch als Hüttentour planbar. Diese von einem Hüttenwart geführten Unterkünfte bieten neben einem Dach über dem Kopf gelegentlich auch Proviant zum Kauf an. Außerhalb der Sommersaison, welche im Juni beginnt und Anfang September bereits wieder endet, bieten diese einem aber auch hier nur einen Unterschlupf.

Abseits der häufiger begangenen Teilstrecken in Schweden stehen zumeist unbewirtschaftete und häufig verschlossene Hütten zur Verfügung. Den Schlüssel für die vom DNT betriebenen norwegischen Hütten und die der Staatsforsten kann man sich vorab ausleihen.

Verlässlich Proviant einkaufen kann man nur am Anfang oder Ende einer der vier Abschnitte. Spätestens ab Ende September ist man im ganzen Verlauf des Weges auf sich allein gestellt. Bis zur Wintersaison haben auch die großen Fjällstationen in Abisko, Ritsem und Kvikkjokk geschlossen und es besteht auf der gesamten Strecke keine Möglichkeit mehr Nahrungsmittel zu besorgen.

Verlauf

Der Nordkalottleden teilt sich in 4 Abschnitte.

Kautokeino – Kilpisjärvi ca. 200 Kilometer, 10 Tage

Einsam. Anfangs Sumpf und Moor. Dann Reisa Nationalpark, Hochgebirge und Finnlands höchster Gipfel der Halti.

Kilpisjärvi – Abisko ca. 175 Kilometer, 10 Tage

Dreiländereck, Gebirgslandschaft, Øvre-Dividal-Nationalpark

Abisko – Ritsem ca. 220 Kilometer, 12 Tage

Ersten Etappen identisch mit dem Kungsleden, dann westliche Umgehung des Akkajaure

Ritsem – Sulitjelma (oder Kvikkjokk) ca. 100 (170) Kilometer, 7 (11) Tage

Weitgehend streckengleich mit dem Padjelantaleden, leichte Panoramarunde

volle Distanz: 775.26 km
Gesamtanstieg: 0 m
Gesamtabstieg: 0 m
Der Weg ist das Ziel

Ich werde Ende August in die norwegische Hauptstadt Oslo fliegen und dort eine Nacht Aufenthalt haben. Am nächsten Morgen geht es mit dem Flieger weiter Richtung Alta. Von dort nehme ich den Bus zum nördlichen Trailhead in Kautokeino. Nach letzten Besorgungen im dortigen Supermarkt werde ich von dort am späten Nachmittag starten und die ersten Kilometer zurücklegen. Anders als bei meiner Alpenüberquerung auf dem L1, welche als Hüttentour geplant war, setze ich diesemal auf ein Zelt. Ich rechne damit nach etwa acht bis zehn Tagen in Kilpisjärvi wieder auf stärker besiedeltes Gebiet zu treffen.

Am 24. September, der Tag an welchem ich voraussichtlich wieder zurück nach Deutschland reise, werden auch die großen Fjällstationen ihre Pforten schließen. An alle drei Zwischenstationen Kilpisjärvi, Abisko und Ritsem habe ich Proviantpakete geschickt. Somit werden sich in meinem Rucksack neben sieben Kilogramm Ausrüstung teilweise mindestens ebenso viel Nahrungsmittel befinden.

Mit dabei ist erstmals auch ein Spot Gen3. Der Satellitenmessenger wird für mich die Route tracken. Bis dato habe ich dafür eine GPS Uhr von Garmin genutzt. Der Spot ist sparsamer im Verbrauch und ermöglicht mir zusätzlich im Notfall via Satellit Hilfe zu rufen. Solo, mehrere Tage Fußmarsch von der Zivilisation entfernt und ohne Mobilfunknetz – vielleicht keine schlechte Idee. Live dabei mit Spot Gen 3.

Insgesamt habe ich für den Nordkalottleden abzüglich An- und Abreise rund 30 Tage zur Verfügung. Realistisch betrachtet greife ich da nach den Sternen.

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