Hiking Journal

Fels, Wasser, Erde & Luft

Leichte Trekking Packliste für Skandinavien

Eine Menge Geld und wochenlanges Recherchieren hat es mich gekostet bis sie feststand: Meine Ausrüstung für die mehrtägige Wanderung durch Norwegen, Schweden und Finnland auf dem Nordkalottleden. Bis zu 800 Kilometer wollte ich mit Rucksack und Zelt außerhalb der Saison durch das skandinavische Fjäll wandern. Grund genug, jeden Gegenstand meiner Ausrüstung genauestens unter die Lupe zu nehmen oder besser gesagt: auf die Waage zu legen. Gewicht sparen wo auch immer möglich war das Motto, ob durch gezieltes Auswählen von leichten Ausrüstungsgegenständen oder durch bewussten Verzicht auf Dinge, welche ich für entbehrlich hielt.

Die Region, Art und Jahreszeit der Tour spielen eine wichtige Rolle bei der richtigen Auswahl der Ausrüstung. Skandinavien war Neuland für mich und mein Erfahrungsschatz sehr begrenzt. Es würde nass und kalt werden, einzig das wusste ich. So dachte ich lange und viel über die richtigen Schuhe und ausreichend warme Kleidung nach. Auch von persönlichen Bedürfnissen und Ansprüchen hängt viel ab. Und leider auch vom eigenen finanziellen Spielraum. Die hier dargestellte Packliste spiegelt somit nur wieder was ich mitnehmen würde. Ja, richtig gelesen: würde. Denn sie besteht aus einer Mischung aus jenem, was ich tatsächlich mitnahm und dem was ich nach knapp fünf Wochen mit nach Hause brachte. Denn wie sich zeigte, musste ich trotz der gründlichen Planung unterwegs noch Gegenstände austauschen oder hinzufügen.

Nicht auf alle Ausrüstungsobjekte werde ich im Detail eingehen. Zu vielen jedoch gerne meine Meinung preisgeben.

Aber seht selbst:

Kleidung am Körper
1475g
MützeIcebreaker Merino *42g
LongsleeveDilling Merino* 219g
HoseDecathlon Lauftight172g
UnterhoseDilling Merino*74g
SockenDarn Tough 1/4 Hiker64g
TrekkingstöckeFizan Compact* 340g
SchuheInov8 Roclite 280564g

Wie man unschwer erkennen kann hat sich bei mir Merino als Baselayer durchgesetzt. Gerne greife ich hier auf die günstigen Produkte aus Biomerinowolle vom dänischen Hersteller Dilling zurück. Diese locken auf ihrer Internetseite auch immer wieder mit Rabatten und Aktionen. Meist trage ich inzwischen ein locker sitzendes Longsleeve, welches als Temperaturregulierung und Sonnschutz dient. Kunstfaser kommt mir bei längeren Touren nichtmehr an den Körper.

Ganz anders sieht es bei der Oberbekleidung aus. Auch wenn ich die ein oder andere robuste Hose aus Mischgewebe besitze, das Trocknungsverhalten und Gewicht hat nicht überzeugt. Auf dem Nordkalottleden trug ich eine isolierende Lauftight (die zumindest auch einen Teil der Moskitos abgehalten hat) und hatte zusätzlich noch eine wärmere Jacke* sowie Handschuhe dabei, welche ich in Pausen oder auch bei Nacht trug. Lebensretter in den ersten Tagen im Sumpf war auch das Kopfnetz*.

Ansonsten sind viele unspektakuläre aber bewährte Ausrüstungsgegenstände fest in meiner Packliste. Da wären zum Beispiel die Fizan Compact*, extrem günstige und zugleich extrem leichte Trekkingstöcke. Und natürlich meine heißgeliebte Merino Mütze* die mich schon seit vielen Kilometern begleitet.

Trailrunningschuhe haben leider keine hohe Lebenserwartung und auch habe ich noch nicht das optimale Modell für mich gefunden. In Skandinavien bekleideten Innov8 Roclite 280 meine Füße. Relativ leichte Schuhe mit einem offenen Meshgewebe, aus welchen das Wasser nach dem Furten schnell wieder abfließt.

Kleiderschrank
1537g
LongjohnIcebreaker Merino*168g
LangarmshirtDilling Merino*219g
UnterhoseDilling Merino*74g
SockenIcebreaker Merino*53g
RegenjackeOR Helium177g
RegenhoseDynafit Transalper170g
JackeArcteryx Atom LT*361g
Fleece PulloverJack Wolfskin Gecko*212g
Buff25g
HandschuheOdlo Gloves Intensity*43g
PacksackSea to Summit 8l*53g
KopfnetzStS Moskito Kopfnetz*25g

Für die Nacht brauche ich einen Satz sauberer und vor allem trockener Wäsche. Ansonsten verzichte ich auf Wechselkleidung und setzte auf die hervorragenden Eigenschaften der Merinowolle und regelmäßiges Waschen der Laufbekleidung. Der Packsack schützt die Kleidung tagsüber vor Feuchtigkeit (vor allem beim Furten) und dient mir des Nachts als Kopfkissen.

Tatsächlich zeigte sich nach der ersten Woche, dass ich für tagsüber noch etwas Isolierung in Form eines Fleece Pullover benötigen werde und erwarb einen in Kilpisjärvi. Bei der Regenbekleidung setzte ich ebenfalls auf leichte Kleidungsstücke mit geringem Packmaß.

Rucksack
894g
ÜLA OHM 2.0820g
LinerMüllsack34g

Nicht der leichteste seiner Art. Vielleicht auch nicht der schönste. Funktionell überzeugt er mich aber in jeder Hinsicht. Obwohl ich Tragegestell und Rückenpolster entfernt habe ließ er sich noch mit 20 Kilogramm anständig tragen. Dafür ist er aber – ebenso wie ich – nicht gemacht.

Behausung
864g
ZeltSix Moon Designs - Skyscape Trekker780g
Heringe6 Stück MSR Groundhogs*84g

War ich auf Mallorca noch mit meinem nur 280 Gramm leichten selbst genähten MYOG Tarp unterwegs, entschied ich mich für Skandinavien für ein allseits geschlossenes Shelter. Dieses Schutz vor Moskitos bietende Zelt ist zudem auch deutlich sturmfester. Die MSR Groundhogs* als Heringe sind für mich ein guter Kompromiss aus Gewicht und Funktion.

Schlafzimmer
1032g
SchlafsackCumulus Quilt 350570g
StS Packsack 8l*25g
IsomatteExped Synmat Hyperlight MW*437

Hier zeigt sich, aus was für einem Holz ich geschnitzt bin. In dem Daunenquilt von Cumulus, welcher mit einer Komfort-Temperatur von +2° C gehandelt wird, wird mir trotz dicker Kleidungsschicht sehr schnell kalt. Dieses Setup stößt bei mir bereits bei rund 5° C an seine Grenze, musste in Norwegen aber auch bei Minustemperaturen herhalten.

Küche
123g
Topf/BecherSnow Peak Titan 600ml*78g
SporkLight My Fire Titan*20g
KocherBRS 3000t*25g
WasserflaschePET

Auf kürzeren Touren in bewohnten Gebiet hat sich bei mir die kalte Küche durchgesetzt. Lediglich für das morgendliche Müsli schleppe ich Becher* und Göffel* mit. Einen Kaffee und/oder etwas Warmes zu Essen gibt’s dann jeweils in den Cafés und Bars der Ortschaften. Dies war mir im hohen Norden nicht möglich, deswegen war auf dem Nordkalottleden zusätzlich noch ein Gaskocher (25g) und MYOG Potcozy im Gepäck. Ohne literweise warmen Tee hätte ich die Motivation vermutlich nicht lange aufrecht halten können.

Bad
53g
HandtuchMikrofaser 40x40*27g
ZahnpastaDenttabs*
ZahnbürsteNachhaltige Holzzahnbürste* aus Bambus5g
Labello14g
KulturbeutelZiploc 1l7g

Sehr individuell und bei mir vermutlich sehr spartanisch. Das dünne Handtuch* aus Mikrofaser mit einer Seitenlänge von gerade einmal 40 Zentimetern dient bei mir als Waschlappen, Handtuch, und Kondenswasserwischlappen zugleich. Auf das Mitführen von Seife verzichte ich inzwischen gänzlich, zum einen hat diese nichts in unseren Gewässern zu suchen und zum anderen bietet sich auf Tour immer wieder die Möglichkeit, zusätzlich zur täglichen Katzenwäsche, irgendwo gescheit duschen zu gehen. Sei es in der Ortschaft die man nach einer Woche erreicht oder in dem Hostel, welches man aufgrund des miserablen Wetters aufsucht. Und dort findet man immer etwas Seife/Duschgel/Shampoo.

Sonstiges
413g
Erste-Hilfe-SetMullbinde, Kompresse, Pflaster, Ibuprofen, Alkoholpads, Zeckenhaken*35g
ReparatursetSilNet, Flicken, Nähzeug, Dynacord19g
GeldbeutelMYOG18g
MesserVictorinox Classic Mini21g
Sonnenbrille36g
FeuerzeugBIC Mini10g
NavigationKartenset NKL212g
KompassSuunto Clipper*5g
Notizbuch & Stift51g
DNT Schlüssel6g

Mein Erste Hilfe Set wurde über die Zeit immer spärlicher. Schleppte ich auf der Alpenüberquerung noch mehrere Blister Ibuprofen und Kohletabletten mit, sind diese nahezu gänzlich aus dem Rucksack verschwunden. Auch alle anderen Bestandteile sind stark in der Anzahl reduziert worden. Nichtmehr missen möchte ich jedoch den Zeckenhaken*. Nach einem nächtlichen blutigen Massaker mit einer Pinzette im Schwarzwald hat mich diese Anschaffung schnell überzeugt.

Das Reparaturset besteht aus dem Flickzeug der Isomatte, ein Stück Dynacord, welches Wäsche-, Abspannleine und Schnürsenkel zugleich sein kann, sowie Nadel und Faden. Das ganze Zeug findet seinen Platz in einem weiteren Ziploc Beutel.

Technik
900g
SmartphoneSamsung A5179g
KameraSony RX100*295g
TaschenlampeThrunite Ti3*23g
USB Lader 38g
USB KabelAnker 10cm9g
PowerbankAnker Powercore 20100*
350g
Ziploc3l6g

Zu guter Letzt ohne viele Worte die Luxusgüter. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Meine Spiegelreflexkamera habe ich bereits gegen eine leistungsstarke Kompaktkamera eingetauscht. Diese wiederum macht aber eine Powerbank von Nöten, denn zwischen den Steckdosen liegen im hohen Norden meist mehrere hundert Kilometer. Das Smartphone nutze ich zur Notfallnavigation und habe dort Locus mit openandromaps installiert. Eine gute Kombination um sich mal schnell zu vergewissern ob man noch richtig ist. Wie ich finde. Weitere Wanderführer, Wegbeschreibungen oder Unterlagen habe ich gegeben falls auch als .pdf auf dem Smartphone hinterlegt und Kartenmaterial sowie ein kleiner Kompass waren auf dem Nordkalottleden auch teil des Gepäcks.

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