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Der Nordkalottleden – Trekking in Skandinavien

Im äußersten Norden Skandinaviens, im Land der Mitternachtssonne und Polarlichter, liegt Lappland. Hier verläuft auf rund 800 Kilometern, stets oberhalb des Polarkreises, der Nordkalottleden durch das skandinavische Fjäll. Vorherrschend in diesem Gebiet sind eiszeitlich geprägte Gebirge und weite Hochflächen. Die offene, zumeist baumfreie, Bergtundra wird dominiert von Flechten, Moosen, Gräsern sowie Zwergsträuchern.

Lemming, Elch und Braunbär sind in Lappland heimisch, besonders oft trifft man aber auf die großen Rentierherden des indigenen Volkes der Samen. Wolf, Luchs und Polarfuchs hingegen kommen nur noch selten vor.

Die Nordkalottruta beginnt im norwegischen Kautokeino, quert Finnland und passiert das Dreiländereck. Im weiteren Verlauf orientiert sich der Weg an der norwegisch/schwedischen Grenze. Ziel im Süden ist Sulitjelma in Norwegen. Oftmals wird alternativ das etwas weiter östlich gelegene Kvikkjokk in Schweden angelaufen.

Etappen des Trails

Der Nordkalottleden teilt sich in vier Teilbereiche:

Kautokeino – Kilpisjärvi ca. 200 Kilometer, 10 Tage
Einsame Wanderung von Norwegen nach Finnland. Anfangs Sumpf und Moor, dann Reisa Nationalpark, Hochgebirge und Finnlands höchster Gipfel der Halti.

Kilpisjärvi – Abisko ca. 175 Kilometer, 10 Tage
Vom Dreiländereck Treriksröset durch Gebirgslandschaft in den Øvre-Dividal-Nationalpark

Abisko – Ritsem ca. 220 Kilometer, 12 Tage
Ersten Etappen identisch mit dem Kungsleden, dann westliche Umgehung des Akkajaure durch die einsamen Berge Norwegens

Ritsem – Sulitjelma (oder Kvikkjokk) ca. 100 (170) Kilometer, 7 (11) Tage
Anfangs streckengleich mit dem Padjelantaleden, leichte Panoramarunde.

Unterkünfte am Nordkalottleden

Bei der Planung des 1993 eröffneten Fernwanderweges wurden bestehende Pfade einbezogen. So verläuft der Nordkalottleden auf einigen Etappen identisch mit namenhaften schwedischen Wegen wie dem Kungsleden und Padjelantaleden. Insbesondere in diesen Bereichen ist der Nordkalottleden auch als Hüttentour planbar. Diese von einem Hüttenwart geführten Unterkünfte bieten neben einem Dach über dem Kopf gelegentlich auch Proviant zum Kauf an. Außerhalb der Sommersaison bieten diese einem aber auch hier nur einen Unterschlupf.

Abseits der häufiger begangenen Teilstrecken in Schweden stehen zumeist unbewirtschaftete und häufig verschlossene Hütten zur Verfügung. Den Schlüssel für die vom Den Norske Turistforening (DNT) betriebenen norwegischen Hütten kann man sich vorab gegen Gebühr ausleihen. Auch findet man im nördlichen Teil Norwegens oft Schutzhütten vom Statskog, welche man kostenlos nutzen darf.

Auf den wenigen Kilometern die man durch Finnland wandert, findet man die offenen und kostenlosen Autiotupas – mit Holzofen und Pritsche die einfachste Form einer Hütte.

Allen Hütten am Nordkalottleden gemein ist, dass sie Selbstversorgerhütten sind. Sprich man bringt seine Lebensmittel mit und kümmert sich um frisches Wasser und Brennholz. Selbstverständlich ist man auch für die Reinigung zuständig und stockt für seinen Nachfolger die Brennholzvorräte auf.

Wildcampen in Skandinavien

Das Jedermannsrecht in den skandinavischen Ländern gesteht allen Menschen grundlegende Rechte bei der Nutzung der Wildnis zu. So ist es prinzipiell jedem erlaubt sich frei in der Natur zu bewegen und in gebührendem Abstand zu bewohnten Häusern für ein bis zwei Nächte sein Lager aufzuschlagen. Auch das entzünden eines Feuers mit Totholz ist erlaubt. Somit darf man auf dem Nordkalottleden, anders als in Deutschland, fast überall legal zelten.

Verpflegung – Essen und Trinken in der Wildnis

Verlässlich Proviant einkaufen kann man nur am Anfang und Ende einer der vier Abschnitte. Ausschließlich in Schweden bieten die Hütten ein überschaubares Sortiment an Nahrungsmitteln an. Spätestens ab Ende September ist man im gesamten Verlauf des Weges auf sich allein gestellt. Bis zur Wintersaison haben auch die großen Fjällstationen in Abisko, Ritsem und Kvikkjokk geschlossen und es besteht lediglich in den Ortschaften am Rande des Weges die Möglichkeit Nahrungsmittel zu beschaffen. Supermärkte gibt es an den Start- bzw. Zielpunkten Kautokeino und Sulitjelma sowie auf dem Trail in Kilpisjärvi und Abisko.

Trinkwasser stellt im hohen Norden jedoch kein Problem dar. Aus nahezu jedem Gewässer kann bedenkenlos getrunken werden. Lediglich für die ersten Tage ab Kautokeino würde ich mir genügend Wasser einpacken, um nicht aus dem Sumpf trinken zu müssen.

Ab- und Anreise

Kautokeino im Norden erreicht man mit dem Bus 202 von Alta aus. Dorthin kommt man am besten mit dem Flugzeug über Oslo.

Sulitjelma verfügt über eine Busverbindung mit Fauske. Von dort kommt man mit dem Zug zum Flughafen in Bodo.

Nach Kvikkjokk nimmt man am besten den Flug nach Stockholm, fährt mit dem Zug nach Murjek und von dort mit dem Bus weiter.

Reisebericht: Trekking auf dem Nordkalottleden

Ende August 2017 bin ich, mit einer Nacht Aufenthalt in der norwegischen Hauptstadt Oslo, nach Alta in den Norden Skandinaviens geflogen. Von dort ging es per Anhalter zum nördlichen Trailhead in Kautokeino. Nach letzten Besorgungen im dortigen Supermarkt, habe ich am späten Nachmittag meine ersten Kilometer auf dem Nordkalottleden zurückgelegt. Anders als bei meiner Alpenüberquerung auf dem L1, welche als Hüttentour geplant war, setzte ich diesmal auf ein Zelt. Ich rechnete damit nach etwa acht bis zehn Tagen in Kilpisjärvi wieder auf stärker besiedeltes Gebiet zu treffen.

An alle drei Zwischenstationen, Kilpisjärvi, Abisko und Ritsem, hatte ich Proviantpakete geschickt. Somit haben sich in meinem Rucksack neben sechs Kilogramm Ausrüstung teilweise mindestens ebenso viel Nahrungsmittel befunden.

Hier findest du den Reisebericht meiner Wanderung auf dem Nordkalottleden.

Packliste für den NKL

Was ich an Gepäck mit im hohen Norden hatte, könnt ihr meiner Packliste entnehmen!

Weiterführende Informationen

Beide Bücher zum Nordkalottleden sind meiner Meinung nach leider nicht optimal, in der Planungsphase trotzdem unerlässlich:

Zum Einstimmen oder für unterwegs:


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